Wer wir sind
Das LAG-Gebiet liegt zwischen Nürnberg und Würzburg im Naturpark Steigerwald und umfaßt neun Gemeinden mit insgesamt 16 500 Einwohnern. Bei einer Bevölkerungsdichte von 53 Einwohner/km² ist der Südliche Steigerwald sehr kleindörflich und (klein-) bäuerlich strukturiert. Die Lokale Aktionsgruppe, ein Verein, existiert seit Oktober 1997. Sie zählt Anfang 2008 rund 220 Mitglieder, 190 Einzelpersonen und 35 Gruppen, zu denen neben den Kommunen auch Bund Naturschutz (BN), Landschaftspflegeverband (LPV) Mittelfranken, Sparkasse, Weinbauvereine, Waldbauernvereinigung u.a. gehören. Vereinsziel ist die Weiterentwicklung der Region durch neuartige Projekte, der Schwerpunkt liegt auf Natur und Kultur.

Die LAG setzt sich zusammen aus
· Vorstand: Vorsitzender, Stellvertreter, Kassierin, Schriftführerin
und 17 Beisitzern; dieses Entscheidungsgremium, neu gewählt 2006, tagt etwa alle zwei Monate
Vorsitzender: Helmut Uihlein
Stellvertreter: Rudolf Kolerus
Kasse: Ursula Schenke, Bürgermeisterin Münchsteinach
Schriftführung: Brigitte Popp, Bürgermeisterin Oberscheinfeld
· Arbeitskreise und Projektgruppen: Energie, Kultur, Tourismus, Öffentlichkeitsarbeit, Handel/Handwerk/Regionalentwicklung, Oasen der Sinne, Dorflinde, Ferienfreizeit
· LAG-Büro mit mehreren Teilzeit-Mitarbeitern:
Geschäftsführung: Jutta Höfler
Projektkoordinatorin Ökologie: Doris Hofmann,
Was die Region auszeichnet
Charakteristisch sind die dünne Besiedlung, eine relativ intakte, weithin einzigartige Flora und Fauna und die kleinbäuerlich-dörfliche Prägung der Region.
Stärken:
· vielfältige naturräumliche Ausstattung mit ausgedehnten Talauen, Quellen, Mittel- und Hutewäldern, Streuobstwiesen und vielem mehr
· hoher Erholungs- und Freizeitwert
· große Dichte an Schlössern, Kirchen, historischen Gebäuden
· wachsendes Regionalbewußtsein und Zunahme der Zusammenarbeit in der Region sowie Verbesserungen bei Ökologie, Wasserrückhaltung, Tourismus, Regional-vermarktung und Kultur durch die LEADER II-Aktivitäten
Schwächen:
· geringe Wirtschaftskraft: niedrige Steuereinnahmen, wenige Arbeitsplätze, kaum Dienstleistungsbetriebe
· infrastrukturelle Defizite
· rasanter Rückgang der bäuerlichen Landwirtschaft mit negativen Begleiterscheinungen wie Gebäude-Leerstand in Ortskernen, Identitätsverlusten etc.

Wie alles angefangen hat
Drei Ansätze einer regionalen Entwicklung gingen der LAG-Gründung voraus. Eine zentrale Rolle spielte der Bund Naturschutz Scheinfeld und dessen damaliger Vorsitzender Rudolf Kolerus. Mitte der 90er Jahre veranlaßten die Strukturschwäche der Region, Probleme der Landwirtschaft und vor allem einige massive Überschwemmungen den BN einen Konzeptentwurf zu entwickeln, der sowohl dem Naturschutz und der Wasserrückhaltung dient als auch der gesamten Regionalentwicklung zugute kommt. Unter dem Slogan „Lebensraum für Mensch und Natur“ wurde dieses Talauenprojekt konkretisiert und viel Überzeugungsarbeit in Ratsgremien und Bevölkerung geleistet. Als wichtiger Umsetzungspartner und Maßnahmenträger konnte der Landschaftspflegeverband (LPV) Mittelfranken gewonnen werden. Im Sommer 1997, also noch vor der LAG-Gründung, wurde eine beim LPV angesiedelte Teilzeit-Stelle zur Projektkoordination eingerichtet.
Parallel dazu formierte sich eine Kulturinitiative aus Künstlern und Kunst-interessenten mit dem Ziel, die kulturellen Aktivitäten und die interkommunale Zusammenarbeit zu verstärken.
Auf der Ebene der Verwaltungsgemeinschaft Scheinfeld war bereits seit den 70er Jahren ein Fremdenverkehrsausschuß eingesetzt. Sein Anliegen: Förderung des Tourismus, unter anderem durch Erstellung einer regionalen Wanderkarte.
Ende 1997 wurde, mitinitiiert von Naturschützern, der Kulturgruppe und den VG-Bürgermeistern, die Aktionsgruppe gegründet und die Aktivitäten in der Region darin gebündelt. Schwerpunkt war von Anfang an, wie es in der LAG-Satzung heißt, „die Erhaltung und Entwicklung der Kulturlandschaft und der Kultur- und Naturgüter als wichtiges Potential des ländlichen Raumes.“
Was bislang gelaufen ist
Größtes Vorhaben unter dem Dach der LAG ist das Talauenprojekt, das beachtliche Erfolge zu verbuchen hat. Es gilt als weithin einmalig, modellhaft und wurde bereits mit wichtigen Umweltpreisen ausgezeichnet. Seit 1998 konnten gut zwei Dutzend ökologische Teilprojekte realisiert werden: Anlage von Biotopen, Uferstreifen, Flutmulden, dezentralen Rückhaltebecken, Landschaftsweihern, Renaturierung von Gräben und Bachabschnitten, Hecken- und Streuobstpflanzungen, Streuobstpflege, Artenschutzmaßnahmen. Es entstand begleitend ein Netz von Wander- und Talauen-Radwegen (insgesamt 550 Kilometer) mit naturnahen Freizeiteinrichtungen wie Wasserspielplatz, Picknickplätze, Kneippbecken, Aussichtsturm, Radlertreff. Ferner gab es Vermarktungsaktionen wie Wein-, Bauern- und Handwerkermarkt, Streuobstmarkt, Apfelsaft aus dem Schwarzenberger Land.
Seit 1998 findet jedes Jahr über einen Zeitraum von mehreren Wochen die gemeindeübergreifende Kulturreihe Schwarzenberger Herbst statt, deren vielfältige Angebote durch ein Thema verbunden sind (2001 „Heimat“, 2002 „Wasser“, 2003 „Feuer“ ... 2007 'Liebe').
Die LAG hat inzwischen auch eine stattliche Freizeitkarte herausgegeben mit den Rad- und Wanderwegen, Gasthäusern, Freizeittips und Informationen über Geschichte, Sehenswürdigkeiten, Freizeitmöglichkeiten der Gemeinden.
Weitere Publikationen sind entstanden: ein
Dienstleisterverzeichnis, ein jährlicher regionaler Veranstaltungskalender, Ortsprospekte, eine Infomappe zum energiesparenden Bauen.
Breiten Raum nimmt nicht zuletzt die Öffentlichkeitsarbeit ein mit Presseberichten über alle Aktivitäten, aber auch Infoständen, Ausstellungen, Vorträgen und Mitglieder-Rund-briefen.

Was die LAG-Arbeit bereits gebracht hat
Sämtliche Maßnahmen sind Gemeinschaftsprojekte einer Vielzahl von Partnern (u.a. Landwirte, Naturschützer, Gastronomen, Gemeinden, Behörden), von denen viele vor der LAG-Gründung allenfalls spärlich zusammengearbeitet haben. Aufgrund der sichtbaren Erfolge in Verbindung mit der entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit steigen Akzeptanz und Bekanntheitsgrad und es schließen sich weitere gemeinsame Aktionen an, beispiels-weise Frühling genießen, Sommer erleben, Raderlebnistag, Erlebnistage im Steinachtal, Dorfkulturtag Langenfeld.
Man kann sagen, daß die Zusammenarbeit und die Zusammengehörigkeit in der Region deutlich gewachsen sind. Das Talauenprojekt und die anderen LAG-Akivitäten begünstigen außerdem den Erhalt und den Ausbau von Arbeitsplätzen. Einmal, indem Landwirte und örtliche Kleinbetriebe Bau-, Pflanzungs- und Pflegearbeiten übernehmen, zum anderen durch die zunehmende Nachfrage nach Regionalprodukten sowie steigende Gästezahlen.
Wie es weitergeht
Den Orientierungsrahmen für die Entwicklung in den kommenden Jahren liefert das Regionale Entwicklungskonzept (REK). Auf 270 Seiten sind neben Stärken, Schwächen, Zielen, Grundsätzen und Handlungsfeldern 69 Projekte näher beschrieben. Schwerpunkt ist die Aufwertung des natürlichen und kulturellen Potentials. Worauf wir etwas stolz sind: Das REK wurde nicht von externen Experten verfaßt, sondern ist komplett in der Region entstanden unter engagierter Mithilfe von ehrenamtlich tätigen Mitgliedern der LAG-Arbeitskreise, wie überhaupt die ehren-amtliche Arbeit eine große Bedeutung hat.
Geplant sind in der neuen Förderperiode LEADERplus - also bis Ende 2008 - eine Fortführung und Erweiterung des Talauenprojekts sowie eine ganze Reihe neuer Projekte, das heißt · weitere Renaturierungsmaßnahmen in allen neun LAG-Gemeinden
· die Errichtung eines größeren Naturerlebnisraums im Scheinetal,
· der Erfahrungsweg Oasen der Sinne
· Huteichenwaldprojekt, Quellensicherung, Steinkrebsprojekt
· Ausbau und Begrünung der Freizeitwege
· Nutzung und Vermarktung von Holz (Holzhof), Streuobst und regenerativen Energieträgern
· Revitalisierung der Ortskerne (Aktion Dorflinde)
· Umweltbildung
· Verstärkung der Kultur- und Sozialarbeit und vieles mehr.
Für die Förderperiode 2007 bis 2013 hat sich die LAG mit einem 2007 gemeinsam erarbeiteten Entwicklungskonzept beworben. Bei der zweiten Auswahlrunde Ende Juni 2008 sollte die Aufnahme in die LEADER-Förderung gelingen. Dazu hat sich die LAG erhblich erweitert um die Kommunen des Drei-Franken-Ecks sowie um die Gemeinde Weigenheim.
Wer unsere Partner sind
In die Aktionsgruppe sind neben den neun LAG-Gemeinden im Prinzip alle wichtigen Verbände und Gruppen der Region eingebunden. Über die Region hinaus arbeiten wir eng zusammen unter anderem mit dem Landkreis, den Landschaftspflegeverbänden, der Regierung von Mittelfranken, der Direktion für Ländliche Entwicklung, dem Wasserwirt-schaftsamt und weiteren Behörden; außerdem existieren gute Kontakte zu den anderen mittelfränkischen und zu einigen bayerischen Aktionsgruppen. Partnerregion ist Jura 2000 aus Berching in der Oberpfalz.
Auf Bundesebene gehört die LAG Südlicher Steigerwald zu den sechs LEADERplus-Modellregionen neben Dübener Heide, Isenhagener Land, Rügen, Thüringer Wald, Uckermärkische Seen. In den vergangenen zwei Jahren gab es hier durch die Teilnahme am Forschungs- und Ent-wicklungsvorhaben Naturschutz und Regionalentwicklung eine sehr enge Zusammenarbeit, ebenso mit der Uni Göttingen, dem BMVEL, dem Bundesamt für Naturschutz und dem nova-Institut, die Projektträger bzw. -partner sind.

Wie wir zu erreichen sind
Das LAG-Büro ist im Scheinfelder Rathaus (Kellergeschoß) untergebracht, Hauptstraße 3, 91443 Scheinfeld, Telefon 09162/92 31 57 – Fax 09162/92 85 80;
Projektmanagerin Doris Hofmann: 09162/92 85 70
Internet: www.lag-steigerwald.de
Email: lag@scheinfeld.de
Über die Rad- und Wanderwege, Gasthäuser, Gemeinden, Sehenswürdigkeiten im Südlichen Steigerwald etc. informiert in Wort und Bild eine große Freizeitkarte der LAG. Sie ist für 3 Euro (plus Porto) im LAG-Büro erhältlich.
Weiteres Informationsmaterial zur Region: Tourist-Info Steigerwald, Hauptstraße 3, 91443 Scheinfeld, Telefon 09162/124-24, Fax 124-33
Informationen über die Modellregionen LEADERplus-Modellregionen auf der Home-page der Deutschen LEADER Vernetzungsstelle: www.leaderplus.de/regionen
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